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19.10.2009 - Öko-Produkte sehr gefragt (Märkische Oderzeitung)

Die Öko-Landwirtschaft bildet in Märkisch-Oderland eine Nischenproduktion. Derzeit gibt es zwar 62 Öko-Betriebe, aber der Anteil an der landwirtschaftlich genutzten Fläche beträgt lediglich fünf Prozent. Das sei nur die Hälfte des Landesdurchschnittes, informierte Landwirtschaftsamtsleiter Jan Paepke im Landwirtschaftsausschuss des Kreistages.

Während es im Land einen stetigen Anstieg gab, sei der Öko-Landbau in Märkisch-Oderland zwar stabil, aber auf niedrigem Niveau. Gründe dafür zeichnen sich derzeit keine ab.

Die beiden zum Ausschuss eingeladenen Vertreter von Öko-Betrieben bescheinigten der Verwaltung eine gute Unterstützung. Auch vom Kreisbauernverband fühle er sich gut vertreten, so Ralf Behring, Inhaber eines Öko-Betriebes in Leuenberg. Wie Frank Prochnow, Geschäftsführer des Jahnsfelder Öko-Betriebes, informierte er die Ausschussmitglieder über sein Betriebsprofil und Problempunkte. Ralf Behring bewirtschaftet 110 Hektar. Allein davon könnte er jedoch nicht leben, machte er deutlich. Er realisiert Leistung im Umweltschutz, wie Heckenpflanzungen oder Aufforstungen, hält 200 Mutterschafe und betreibt gut ausgelastete Ferienwohnungen. Vier Frauen und Männer leben vom Ökohof.

Behring zeigte sich optimistisch, dass der Anteil an Ökobetrieben auch in Märkisch-Oderland steigen werde. Die Produktion werde für die konventionellen Anbauer zu teuer. Was sie an Düngemitteln wie Stickstoff einkaufen müssten, erzeugen Ökobetrieb im Kreislauf.

Ein großes Potenzial sieht Behring im Obstbau. Er appellierte an die Abgeordneten, sich weiter für den Erhalt der Prüfstelle Obstbau im ZALF Müncheberg einzusetzen. Der Kreistag hatte jüngst eine entsprechende Forderung ans Land verabschiedet.

Der Jahnsfelder Ökobetrieb gehörte zu den ersten im Kreis überhaupt. Seit 1991 wird die gesamte Gemarkung rund um Jahnsfelde ökologisch bewirtschaftet. Wie alle konventionellen Betriebe hätten auch sie mit ständig steigenden Betriebskosten zu kämpfen, so Frank Prochnow. Allein durch den Wegfall der Fruchtvielfaltenart-Förderung fehlten dem Betrieb 31 000 Euro jährlich.

Zehn Beschäftigte stehen in Jahnsfelde das ganze Jahr über in Lohn und Brot. Überlebt habe man alle Wirrungen dadurch, dass mehrere Säulen aufgebaut wurden. Die Jahnsfelder beliefern nicht nur Händler in Berlin, sondern unterhalten selbst einen Hofladen, bauen Obst an und stellen Säfte her, touren mit einem Wagen übers Land, betreiben ein Kartoffellagerhaus bei Berlin und setzen mit 150 Mutterkühen und 150 Mastschweinen auf Tierhaltung.

Beide Betriebsvertreter verwahrten sich gegen die Annahme, in ihren Produkten könnten sich, weil keine chemischen Mittel eingesetzt werden, Schadstoffe befinden. "Unsere Produkte werden ständig kontrolliert. Wir unterliegen den gleichen strengen Anforderungen wie alle Betriebe,", so Ralf Behring. Frank Prochnow wollte das auch um die Tierhaltung ergänzt wissen. Seine Tiere seien durch die Freilandhaltung so gut wie gar nicht krank. Beide bestätigten, dass es eine steigende Nachfrage nach Ökoprodukten gibt. Dennoch würde sich aus ihrer Sicht eine eigene Halle, in der Erzeugnisse von Bauern der Region angeboten werden, nicht tragen. Das liege daran, dass mittlerweile jeder Supermarkt Bioprodukte anbiete.