Würden deutsche Landwirte komplett auf Öko-Landbau umstellen, könnten sie 184 Mio. Menschen im Jahr weniger ernähren. Das entspricht nahezu der Bevölkerung Pakistans. Das geht aus einer aktuellen Studie von Agrarwissen-schaftlern der Humboldt-Universität zu Berlin hervor.
So würden im Fall einer vollständigen Umstellung auf Ökolandbau in Deutschland jährlich 12,1 Millionen Tonnen Weizen weniger produziert würden. "Um die Weltbevölkerung auch in Zukunft ernähren zu können, müssen wir die verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen produktiver nutzen als bisher. Produktivitätsverluste in Europa und in Deutschland bleiben nicht ohne Folgen auch für die globalen Agrarmärkte." Das erklärte Volker Koch-Achelpöhler, Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands Agrar e.V. (IVA), auf dem 4. Internationalen Agrarministergipfel in Berlin.
Europa müsse endlich wieder in die Produktivität seiner Landwirtschaft investieren, insbesondere in die lange vernachlässigte Agrarforschung, fordert Koch-Achelpöhler. Mit seiner Nachfragemacht könne Europa seinen fehlenden Bedarf an Agrarrohstoffen ohne Schwierigkeiten auf den Weltmärkten decken – das Nachsehen hätten dabei die ärmeren Weltregionen. "Die neben Wasser knappste Ressource der Landwirtschaft ist die Ackerfläche – sie produktiv zu nutzen ist ein Gebot der Nachhaltigkeit", ergänzt Koch-Achelpöhler.
Zur Studie: www.iva.de


