Zu den aktuellen Funden von Pestizidcocktails in einheimischen Johannisbeeren und der Debatte um Kürzungen im Ökolandbau erklärt Ulrike Höfken, Sprecherin für Ernährungspolitik:
Wieder haben Stichproben von Greenpeace Belastungen mit zum Teil in der EU nicht zugelassenen Pestiziden ergeben. Die staatlichen Lebensmittelbehörden sind chronisch unterfinanziert und mit der Kontrolle überlastet, angesichts immer neuer Substanzen und Mischungen.
Der aktuelle Fall zeigt, dass nicht nur importiertes Obst und Gemüse gesundheitsgefährdend belastet ist. Mehrfachrückstände führen zu einer faktischen Umgehung der Wirksamkeit der gesetzlichen Höchstgrenzen, die für Einzelwirkstoffe bestehen. In der Folge leiden immer mehr Verbraucherinnen und Verbraucher unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen.
Wir fordern die Bundesregierung auf, ein nationales Aktionsprogramm zur Pestizidreduktion mit klaren Reduktionszielen und -schritten aufzulegen. Für die Bewertung brauchen wir Summenhöchstwerte und Standards zur toxikologischen Bewertung von Wechselwirkungen.
Statt der Kürzungen, die einige Länder im Bereich Ökolandbau planen, brauchen wir eine bessere Förderung des umweltgerechten Anbaus und mehr Forschung im Bereich naturverträgliche Pflanzenschutzmethoden. Immer wieder haben Untersuchungen die weitaus geringere Pestizidbelastung von Ökoprodukten belegt.
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