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23.11.2012 - Platzeck auf Bio-Bauerntag: Brandenburg setzt auf Bio (FÖL)

Beim Bio-Bauerntag auf dem Gut Kerkow in der Uckermark bezeichnete Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck den Ökologischen Landbau als eine einzigartige Erfolgsgeschichte und sicherte dem anwesenden Berufsstand zu, diese auch in den kommenden Jahren fortzuführen.

Dies begründete er nicht nur damit, dass Bio gerade am Berliner Markt beste Erfolgschancen habe: "Der Ökologische Landbau ist nach wie vor die nachhaltigste Form, um mit der Ressource Boden umzugehen – und gerade unser Boden freut sich auf eine vernünftige, schonende Bewirtschaftung", so Platzeck.

Hinsichtlich der von ihm so betitelten "Umstellungsmalaise" gestand er ein, dass die Kritik an dem Ausstieg aus der Umstellungsförderung legitim sei. Weiter: "Die bereits erreichten 10 % sehe ich als Handlungsauftrag für die Zukunft, denn wer stehen bleibt, fällt zurück". Platzeck sicherte zu, dass Brandenburg trotz knapper Kassen mit den zur Verfügung stehenden Mitteln den Ökologischen Landbau auch in der neuen Förderperiode unterstützen wird. Er verband dies mit dem Angebot, gemeinsam Wege zu finden, um mit den vorhandenen Mitteln den Ökolandbau voranzubringen und neue Perspektiven für die Branche zu eröffnen.

Jan Plagge, Präsident des ökologischen Anbauverbandes Bioland und Vorstandsmitglied des bundesweiten Dachverbandes Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), begrüßte dieses klare Statement und betonte in seiner Rede, dass die ökologischen Landwirte nicht angetreten seien, um Subventionen zu erhalten, sondern um ein zukunftsfähiges Gegenmodel zur industriellen Landwirtschaft und ihren gravierenden negativen Auswirkungen auf Umwelt und Natur zu stellen. "Der ökologische Landbau ist weit mehr als nur eine interessante Marktnische, vielmehr versteht er sich als Innovationsmotor und Zukunftsmodell einer nachhaltigen und gesellschaftlich akzeptierten Landwirtschaft. Der Ökologische Landbau benötige und verdiene für seine weitere Entwicklung aber verlässliche und ganzheitlich angelegte Rahmenbedingungen, die von der notwendigen Honorierung der Umweltleistung bis hin zu Marktentwicklung, Forschung, Ausbildung und Beratung reichen müssen", so Plagge.

Sascha Philipp, Geschäftsführer des Landguts Pretschen und agrarpolitischer Sprecher des ökologischen Landbaus in Brandenburg kritisierte die unsicheren agrarpolitischen Rahmenbedingungen für Ökobetriebe in Brandenburg und betonte, dass Landwirte Planungssicherheit brauchen, um neue Investitionen tätigen und den eigenen Betrieb am Markt ausrichten zu können. Angesichts knapper Kassen forderte er eine politische Prioritätensetzung, zukünftig nur noch nachhaltige Formen wie den Ökolandbau zu fördern. Insbesondere die Umstellungsförderung sei hier als politisches Signal und Statement unverzichtbar, um den vorhandenen Markt gestalten und weiterentwickeln zu können.

Auch die weiteren Redner bekräftigten die vielfältigen Potentiale des märkischen Ökolandbaus. Meinrad Schmitt, Geschäftsführer des regional führenden Naturkostgroßhandels Terra Naturkost, berichtete von der dynamischen Entwicklung des Berliner Fachhandels und der Bereitschaft, neue Projekte zu begleiten. Für die Tourismus Marketing Brandenburg (TMB) bezeichnete Jens Beuchler die bundesweit größte ökologisch bewirtschaftete Fläche als unschätzbares Kapital für den Tourismusstandort Brandenburg: "Vor allem in unserer Naturerlebniskampagne sehen wir ökologisch wirtschaftende Betriebe als authentische Botschafter und strategische Partner", so Beuchler. Frau Prof. Dr. Häring von der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung (HNE) Eberswalde unterstrich abschließend die Chancen und Herausforderungen im Bereich Ausbildung, Qualifikation und Beratung für die weitere Entwicklung der märkischen Biobranche.

Auf dem Bio-Bauerntag diskutierten am Mittwoch mehr als 140 Bio-Landwirte, Vertreter der Ökologischen Anbauverbände, des Handels und der Wissenschaft über die Potentiale und die Zukunft des Ökologischen Landbaus in Brandenburg. Eingeladen haben hierzu die Ökologischen Anbauverbände Bioland, Demeter, Naturland, Verbund Ökohöfe Nordost und die Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg (FÖL). Anlass war die anhaltende Kritik an dem Brandenburger Sonderweg, als einziges Bundesland aus der Umstellungsförderung auszusteigen sowie der Umstand, dass in den nächsten Monaten die Weichen für die nächste EU-Förderperiode gestellt werden.

Es war gleichsam das erste Mal, dass ein Ministerpräsident des Landes Brandenburg eine Veranstaltung der Verbände des ökologischen Landbaus besuchte.

Bilder der Veranstaltung finden Sie unter
www.bio-berlin-brandenburg.de/presse/bild-archiv/?dir=fileadmin/Bilder/Bildarchiv/BioBauerntag_2012

Kontakt:
Agrarpolitischer Arbeitskreis Ökologischer Landbau
c/o Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau
Berlin-Brandenburg (FÖL) e.V.
Michael Wimmer
Marienstraße 19-20
10117 Berlin
Tel.: 030 28482439
Mobil: 0179 4527147
Fax: 030 28482448
E-Mail: m.wimmer[AT]foel.de
www.bio-berlin-brandenburg.de