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13.05.2011 - Regional ist erste Wahl (Lausitzer Rundschau)

Ökologischer Landbau lautet das Jahresleitthema der Arbeitsgemeinschaft (AG) Orts- und Flurbegrünung des Nabu-Regionalverbandes Calau. "Uns geht es darum, den Begriff Bio aufzuwerten" betont Hans-Joachim Emmrich und verweist mit der Ökologischen Höfegemeinschaft Gut Ogrosen auf einen Vorzeigebetrieb.

Dieser Positivbewertung folgt auch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, das den Hof zum "Demonstrationsbetrieb Ökologischer Landbau" erhoben hat. Deutschlandweit wirtschaften über 21.000 Betriebe nach ökologischen Richtlinien. 214 Biohöfe sind davon als Demonstrationsbetriebe ausgewählt worden, darunter das Gut Ogrosen als einziger Vertreter in Südbrandenburg.

Elf Betriebe im Land
Im Land Brandenburg sind es insgesamt elf Betriebe, die Besuchern und Presse die (Hof-)Türen öffnen, um zu zeigen wie Ökolandbau in der Praxis funktioniert. Als junger Landwirt besuchte Heiner Lütke Schwienhorst Ende der 1970er Jahre einen Ökobetrieb und ordnet diesen Besuch als Schlüsselerlebnis ein. "Es war die Zeit, in der aufgrund von Überproduktion Unmengen von landwirtschaftlichen Erzeugnissen und wertvollen Lebensmitteln vernichtet wurden", ruft er in Erinnerung. Zudem führte der Drang nach höheren Erträgen zur immer stärkeren Belastung des Naturhaushaltes, so der Öko-Landwirt.

Um den Hof und Arbeitsgänge lückenlos darzustellen, bekommen Ökobauern regelmäßig Besuch von Kontrollgremien, denen zur Betriebstransparenz rund 30 ausgefüllte Formblätter überreicht werden müssen. Im Ogrosener Fall werden die produzierten Nahrungsmittel im eigenen Hofladen und auf Wochenmärkten verkauft oder anderen weiterverarbeitenden Betrieben angeboten.

Für Münchehofe
So beliefert Lütke Schwienhorst die Gläserne Molkerei in Münchehofe (Dahme-Spreewald) mit bester Biomilch vom Rind, die sogar die weiterreichenden internationalen Vorgaben des National Organic Program (NOP) erfüllt. Getreide und Sonnenblumen sind in Bäckereien in Berlin und Dortmund gefragt. "Mit der Bäckerei in Nordrein-Westfahlen pflegen wir seit über 25 Jahren Kontakte", erklärt Lütke Schwienhorst, der als bekennender Naturschützer sonst lange Transportwege von Futter- und Lebensmitteln ablehnt.

"Regional ist erste Wahl" lautet die angestrebte Vermarktungspolitik. Während ihres jüngsten Treffens hoben die Mitglieder der AG Orts- und Flurbegrünung das Wirken der Landwirte der Höfegemeinschaft Ogrosen und des Gartenbaubetriebes Manfred Glöss in Repten hervor, der ebenfalls auf Ökolandbau schwört.

Die Unterstützung aus den Nabu-Reihen ist den Landwirten, die auf die Produktion natürlicher und gesunder Lebensmittel setzen, gewiss. Hans-Joachim Emmrich vom Nabu-Regionalverband Calau hält eine tief greifende Bewusstseinsschärfung bei den Verbrauchern für zwingend notwendig. Nur so könne die Akzeptanz zu Ökolandwirten und ihren naturschonenden Produktionsmethoden wachsen. Laut Statistischem Bundesamt beträgt der Anteil von Bio-Lebensmittelproduzenten in Deutschland etwa fünf Prozent.