Online Einkaufsführer Newsletter Veranstaltungskalender


Detailansicht
26.04.2010 - Rückenwind für Gen-Gegner (Berliner Zeitung)

Mit dem formalen Recht ist das so eine Sache: Hin und wieder geht der Unterlegene eines Streits am Ende doch gestärkt aus dem Konflikt hervor. Jüngstes Beispiel dafür, dass es sich manchmal lohnt, einen vermeintlich aussichtslosen Kampf aufzunehmen, ist die Auseinandersetzung zwischen Gegnern der grünen Gentechnik und dem Chemieriesen BASF.

Vergangene Woche durfte der Konzern die von ihm heiß begehrte Arbeit als Bauer aufnehmen und seine genetisch veränderte Kartoffel Amflora kommerziell anbauen. Vorangegangen war ein extrem langwieriges Genehmigungsverfahren, das sich über 13 Jahre hingezogen hatte. Nun war also der Einstieg in den Anbau von Gen-Produkten gelungen - wenn auch zunächst nur für eine Kartoffel, die ausschließlich für Industriezwecke eingesetzt werden darf.

Beflügelt durch diesen Erfolg will BASF nun aber noch dieses Jahr die Zulassung von zwei weiteren Gen-Kartoffeln beantragen. Darunter ist auch eine Sorte, die zum Verzehr dienen soll. Ausgerechnet Fortuna hat der Konzern die Knolle getauft. Ein Name, der auch bei Fußball-Vereinen beliebt ist. Wie man bei manchem Sportclub aber sieht, noch lange kein Glück garantiert.

Für BASF kündigt sich jedenfalls Unbill an. Die genmanipulierten Kartoffeln drohen zu einem wirtschaftlichen Flop zu werden. Denn offenbar will sie kein Mensch haben. Sowohl Stärke-Hersteller als auch Produzenten von Chips und Pommes frites winken dankend ab. Zu groß scheint ihnen der mögliche Imageschaden. Ohne Kunden lohnt sich aber kein Produkt.

Und Grund für den schlechten Ruf der BASF-Kartoffeln sind die Proteste ihrer Gegner. Brüsseler Beamte konnten sie von ihren Bedenken nicht überzeugen, wohl aber die Verbraucher. Damit sieht es für BASF nach dem formalen Sieg nach einer faktische Niederlage aus.