In der Kuhhorster Gärtnerei gibt es von April bis Oktober Salat
Das Angebot an Obst- und Gemüse in den Supermärkten ist oft riesig. Salat gibt es aus aller Welt. Verbraucher bevorzugen aber zunehmend einheimische, frisch geerntete Produkte. "Senorita", "Ledar", "Navara" oder "Leny" - sind gesunde Salatsorten, die in der Kuhhorster Gärtnerei wachsen. "Leny" ist ein grüner Bataviasalat. Er ist besonders blattlausfest und resistent gegen Mehltau, so wie auch der Lollo-Rosso-Salat "Senorita". Die Kuhhorster Gärtnerei ist Bestandteil der Mosaikwerkstätten, die Gemüse und Obst im ökologischen Anbau produzieren. Zum Fachbereich Garten- und Landschaftspflege gehören zwei weitere Gärtnereien in Berlin Heiligensee und in Berlin-Westend.
"Viele der Kunden bestellen einen bunten Salatmix", sagt Heiko Weißenfels, der seit November in Kuhhorst arbeitet. Deshalb bauen die Kuhhorster Gärtner unterschiedliche Sorten an. Eichblatt- und Batavia-Salat sowie Lollo Rosso und Lollo Bianco werden in Reihen ausgepflanzt. Die Jungpflanzen kommen aus dem Zweigbetrieb in Heiligensee. Zuvor wird die Erde mit Kompost und biologischem Dünger angereichert und gegrubbert. Dabei wird der Boden nur gelockert. "Er darf nicht zu sandig und nährstoffarm sein", sagt Heiko Weißenfels. Anfang Mai werden die ersten Pflänzchen in die aufgehäufelten Erddämme im Freiland ausgepflanzt. Bereits im April wachsen sie im Folienzelt. Der Pflanzabstand beträgt etwa 30 bis 40 Zentimeter.
Nach vier bis sechs Wochen ist der Salat erntereif. "Wir müssen natürlich ständig nachpflanzen. Schließlich wollen wir unsere Kunden kontinuierlich beliefern", sagt Heiko Weißenfels. Die Mitarbeiter setzen alle zwei Wochen etwa 300 Pflanzen in die Erde. Bei starkem Sonnenschein müssen die Kuhhorster Gärtner schneller arbeiten, da der Salat sonst in die Höhe schießt. Ideal ist eine nicht zu feuchte Witterung und etwas Sonne. "Zu nass darf es auch nicht sein", sagt der 37-jährige Gartenbauingenieur. "Sonst faulen die Blätter von unten." Pflanzenschutzmittel verwendet der ökologisch produzierende Betrieb nicht. Nacktschnecken werden abgesammelt.
Das Wetter hat es bisher gut gemeint mit den Gemüsebauern. Zufrieden betrachtet der Gärtner die kräftigen Blattrosetten. "Jetzt könnte aber schon mal wieder etwas Sonne kommen", sagt er. Die auf dem Ökohof gepflanzten Salatsorten wurden traditionell in Italien angebaut. Heute sind sie in ganz Europa verbreitet. Von Mai bis September gibt es einheimische Freilandware. Batavia-Salat wurde ursprünglich in Frankreich aus Kopfsalat und Eisbergsalat gezüchtet. Er hat eine nicht ganz geschlossene Form, schmeckt aber herzhafter als Kopfsalat. Es gibt grüne und braun-rote Sorten. Eichblattsalat und Lollo Rosso bilden einzelne Blätter aus. Die können abgeschnitten werden und wachsen wieder nach.
Die Gärtner des Ökobetriebes ernten für den Verkauf aber die ganze Rosette. Beim Lollo Rosso sind die Blätter an den Rändern stark gekräuselt. Deshalb sollten sie gründlich gewaschen werden, da sich darin leicht die Erde festsetzt. Der Geschmack ist kräftig nussig. Die grüne Variante, der Lollo Bianco, schmeckt etwas milder. Ein Lieblings-Salat-Rezept hat Heiko Weißenfels nicht auf Lager. Seine Kollegin Annett Sprang schwärmt aber sofort vom Salat, den es im Wiesencafe auf dem nahe gelegenen Karolinenhof gibt. Mit Ziegenkäse. "Das Dressing schmeckt besonders toll", sagt sie.
Den Salat vom Ökohof gibt es im eigenen Hofladen und auf dem Karolinenhof in Flatow. Der Hofladen ist donnerstags von 10 bis 17 Uhr und freitags, sonnabends und sonntags von 12 bis 18 Uhr geöffnet.


