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17.09.2010 - Spiel, Spaß und ein Bio-Bauernhof mitten in Berlin (Berliner Zeitung)

Jedes Jahr im September wird der Weltkindertag gefeiert. Seine Geburtsstunde war am 21. September 1954, als die 9. Vollversammlung der Vereinten Nationen empfahl, einen Tag einzurichten, an dem auf die Rechte der Kinder aufmerksam gemacht, die Freundschaft unter Kindern und Jugendlichen gefördert und die Arbeit von Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, unterstützt wird. Heute feiert man den Weltkindertag in mehr als 145 Staaten, in Deutschland seit 1989 jeweils am 20. September. In diesem Jahr findet das größte Kinderfest Deutschlands am 19. September von 11 bis 18 Uhr auf dem Potsdamer Platz in Berlin statt.

Auch 20 Jahre nach der Verabschiedung der UN-Kinderrechtskonvention ist Deutschland immer noch kein kinderfreundliches Land. Deshalb fordern das Deutsche Kinderhilfswerk und Unicef Deutschland einen grundlegenden Perspektiv- und Politikwechsel und stellen diesen Tag unter das Motto "Respekt für Kinder". Kinder erhalten in unserer Gesellschaft nicht die Beachtung, die sie verdienen und brauchen. Nach wie vor sind die Kinderrechte nicht im Grundgesetz verankert. "Immer mehr Kinder in Deutschland wachsen in schwierigen Verhältnissen auf. Sie leiden unter zunehmender Kinderarmut und ungleichen Bildungschancen", betont die Bundesgeschäftsführerin des Deutschen Kinderhilfswerks, Dr. Heide-Rose Brückner. "Hier muss es zu einem Umdenken kommen, das Wohl der Kinder und der Respekt für Kinder gehören in den Mittelpunkt allen Handelns von Staat und Gesellschaft."

Im Laufe der Jahre mauserte sich der Weltkindertag in Deutschland zum größten nichtkommerziellen Kinder- und Familienfest, das in mehr als 400 Städten und Gemeinden gefeiert wird. Schirmherrin Kristina Schröder, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, wird gemeinsam mit dem Präsidenten des Deutschen Kinderhilfswerks, Thomas Krüger, übermorgen das Weltkindertagfest auf dem Potsdamer Platz eröffnen.

Auf dem "Markt der Möglichkeiten" in der Alten Potsdamer Straße laden rund 80 Vereine zum Mitmachen ein. Da gibt es ein Bobbycar-Rennen des Deutschen Kinderhilfswerkes, Kistenklettern und Geschicklichkeitsspiele. Bei der Aktion "Respekt für Kinder" (Marlene-Dietrich-Platz bis Eichhornstraße) können Kinder mit einem farbigen Handabdruck bestimmen, wofür ihnen am meisten Respekt bezeugt werden soll. Auf der "Roten Achse", einem Parcours der Sinne, werden die Mädchen und Jungen ihre Sinne testen. Die Linkstraße verwandelt sich in eine Spiel und Sportstraße, und auf der Hauptbühne auf dem Marlene-Dietrich-Platz gibt es ein abwechslungsreiches Programm, moderiert von Enie van de Meiklokjes und Ingo Dubinski.

Bereits zum sechsten Mal kommt der Bio-Bauernhof hierher (Potsdamer/ Ecke Stresemannstraße). Da presst z. B. Axel Szilleweit vom Obst- und Gemüsehof "Teltower Rübchen" mit den Kindern an seinem Stand frischen Apfelsaft, das Ökodorf Brodowin hat seine "Melkkuh" dabei und bei den Bio-Bäckereien Märkisches Landbrot und Ufa-Bäckerei können die Kinder Getreide mahlen, Teig kneten und ihn in den Ofen schieben. Auf einer Stroh-Hüpfburg lässt es sich herrlich toben. Ein großer Kartoffelacker lädt zum Ernten ein. Es gibt Gummistiefelweitwurf, Schubkarrenrennen und Treckerparcours. Neben einem großen Streichelzoo sorgen fast 30 Tonnen Stroh für das nötige ländliche Flair inmitten der Hochhauskulisse.

Wo die Brandenburger Bio-Höfe liegen erfahren die Kinder bei der Deutschen Bahn. Auf einer 122 qm Plattform ist das regionale Schienennetz aufgemalt. Die Kinder können darauf die Spielzeugbahnen zu den verschiedenen Stationen schieben. Das BioHoffest wird von der gemeinnützigen Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL) e.V. gemeinsam mit Demeter Berlin-Brandenburg organisiert.