Anfang Januar 2010 startete die "Lobetaler Bio-Molkerei" ihre Produktion. Nach rund zehn Monaten Bauzeit ist der 1512 m² große Molkereibetrieb auf dem Gelände der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH in Biesenthal, ca. 50 km nordöstlich von Berlin, entstanden. Investiert wurden 2,9 Millionen Euro.
Zu Beginn verarbeitet der Betrieb 1,6 Millionen Liter Milch jährlich, nach zwei Jahren soll das Volumen auf 4 Millionen Liter steigen. Die 1,6 Millionen Liter Milch stammen aus den eigenen Landwirtschaftsbetrieben der Hoffnungstaler Anstalten. Später wird aus weiteren Biobetrieben der Region geschöpft.
"Lobetaler Bio" startet mit zwölf Produkten: Naturjoghurt mit 3,7 % und 1,5 % Fett, fünf Fruchtjoghurts in den Geschmacksrichtungen Erdbeere, schwarze Johannisbeere, Vanille, Mango Vanille und Pfirsich Maracuja, sowie Schlagsahne und Saure Sahne, Dickmilch, Ayran und Weichkäse mit Weißschimmel. Weitere Produkte sollen folgen. Besonderheit an der Dickmilch ist, dass diese bislang kaum als Bio-Produkt im Fachhandel angeboten wird und auch das salzige Joghurtgetränk Ayran hat im Bio-Bereich bisher Seltenheitswert. Die neue Bio-Marke wird zunächst in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Teilen Sachsen-Anhalts über die Bio-Großhändler Terra Naturkost und Naturkost Erfurt in den Naturkostfachhandel ausgeliefert.
"Lobetaler Bio" steht für "soziale Milchwirtschaft", sagt Molkereileiter Michael Kuper, der das Bauvorhaben konzeptionell von der Planung bis zur Umsetzung mit begleitet hat. Insgesamt sollen hier nach zwei Jahren 60 Menschen mit Behinderungen einen Arbeitsplatz finden, darunter 24 in der Molkerei und 36 in Zulieferung und Logistik. Derzeit arbeiten 15 Menschen mit Behinderungen in der Molkerei sowie vier weitere Mitarbeiter. Geschult wurde das Personal durch eine Lehrmolkerei mit Ausbildungen in Hygiene-, Produkt- und Prozessabläufen. Der Betrieb fördert die regionale Biolandwirtschaft, alle Produkte sind EU-Bio und Naturland zertifiziert.
Besonderheit des Produktionsbetriebes ist, dass durch große Glasflächen den Besuchern Einblick in die Tagesproduktion ermöglicht wird. So können Gäste beobachten, wie der Käse von Hand verarbeitet und später zum Abtropfen und Reifen gebracht wird. Auch die Joghurtproduktion kann besichtigt werden. Zur Schaumolkerei gehört auch der Milchladen der Lobetaler Bio-Molkerei mit einem angeschlossenen Café-Bereich. Hier kann nicht nur die Vielfalt der Milchprodukte probiert und erworben, sondern auch Kaffee mit Kuchen und kleine Snacks genossen werden.
Schaustücke des Betriebes sind die Produktionshalle für Käse, in dem dieser von Hand verarbeitet wird sowie die Joghurtproduktion. Daneben umfasst das Gebäude einen Abtropfraum für Käse, einen Raum für das Salzbad, drei Reiferäume, drei Milchtanks für die Produktion von Joghurt und anderen Milcherzeugnissen, zwei Kühlräume, Technik- und Reinigungsräume und ein Labor, in dem beispielsweise der Fettgehalt gemessen wird.
Die Lobetaler Bio-Molkerei ist ein Betriebszweig der Hoffnungstaler Werkstätten gGmbH, die wiederum eine hundertprozentige Tochter des Hoffnungstaler Anstalten e.V. in Lobetal ist und zum Verbund der von Bodelschwingschen Stiftungen Bethel gehört.


