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28.01.2018 - Strenge Regeln in der Tiermast geplant (Märkische Oderzeitung)

In Berlin ist am Sonntag die Grüne Woche zu Ende gegangen. Wie im Vorjahr besuchten 400.000 Menschen die weltweit größte Agrarmesse. Am Rande kündigte das Bundeslandwirtschaftsministerium strengere Regelungen im Umgang mit Antibiotika in der Tierhaltung an.

Der umstrittene Einsatz der Medikamente soll weiter eingeschränkt werden. Dazu plant das Bundesministerium eine Verordnung, hieß es am Sonntag in Berlin. Mit dem Papier soll sich am Freitag der Bundesrat befassen. Konkret gehe es um Antibiotika, die auch in der Humanmedizin bei schweren Erkrankungen verabreicht werden. Eine Rolle spielt dabei die Bekämpfung von Staphylokokken - einem gefürchteten Krankenhauskeim. Nimmt ein Mensch beim Verzehr von Fleisch den Wirkstoff vermehrt auf, führt das zu Resistenzen. Im Fall einer Erkrankung bleibt das Antibiotikum dann wirkungslos.

Die Verordnung sieht noch weitere Verschärfungen vor. So soll klargestellt werden, dass zu einer "ordnungsgemäßen Behandlung" mit antibakteriellen Mitteln gehört, dass der Veterinär "unmittelbaren physischen Kontakt" mit den Tieren aufnimmt. Das bedeutet, dass er das kranke Tier selbst untersucht haben muss und eine Diagnose nicht auf einem Telefonat mit dem Landwirt beruht.

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) sagte zum Ende der Grünen Woche: "Wir verdanken unserer Lebensmittelwirtschaft, dass wir in Deutschland gesunde, sichere und vielfältige Lebensmittel haben." Er wünsche sich eine ökologisch nachhaltige aber ökonomisch tragfähige Landwirtschaft.

Brandenburgs Aussteller zeigten sich zufrieden. Sie waren in den vergangenen zehn Tagen an 75 Ständen vertreten. Laut einer Umfrage des Landwirtschaftsministeriums in Potsdam wollen 85 Prozent auch im kommenden Jahr wieder dabei sein.

Neben vielen bekannten Produkten aus der Region dient die Messe auch als Testmarkt für Neuheiten. Das war in diesem Jahr zum Beispiel ein neues Brot aus Wusterwitz (Potsdam-Mittelmark). Dafür züchtete die BioBackHaus Leib GmbH einen speziellen Hefestamm. Eine Innovation von der Streuobstwiese stammt aus Werneuchen (Barnim). Die Destillerie Dr. Schulz bot einen neuen Obstbrand an. Und ganz aktuell zum Thema "vermehrter Abschuss von Wildschweinen" passt das neue Vertriebsmodell für regionale Wildprodukte aus Golßen (Dahme-Spreewald).

Den Ausstellern gehe es aber vor allem um die Vermarktung ihrer Produkte, sagte der Sprecher des Landwirtschaftsministeriums Jens-Uwe Schade am Sonntag. Positiv wertet er das Interesse großer Handelsketten an Brandenburger Produkten, das diese bei Besuchen in der Brandenburg-Halle gezeigt hätten.