Mehr Unterstützung durch den Bund wünscht sich Biobauer Dr. Wilhelm Schäkel für mittlere und kleine Bio-Landwirte. Es freut ihn, wenn Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) Ökobauern lobt. Doch dazu passe das Kürzen von Fördermitteln nicht.
Aigner hatte am Freitag bei einem Besuch der Messe "BioFach" in Nürnberg mit weiterhin steigenden Umsätzen in der Biobranche gerechnet. Besonders die zunehmende Nachfrage nach regionalen und saisonalen Bioprodukten berge großes Potenzial für deutsche Landwirte. Allerdings müssten Qualität und Produktivität weiter verbessert sowie die Logistikkosten gesenkt werden.
Der Zempower Landwirt Schäkel ist Geschäftsführer der ortsansässigen Bio Ranch und Aufsichtsratsvorsitzender der Erzeugergemeinschaft "Seenland Müritz". Er findet es "erfreulich, dass Frau Aigner sich zunehmend positiv zum Ökolandbau äußert". Im Gegensatz dazu stehe "die Tatsache, dass sie Gelder etwas gekürzt hat". Glaubhafter wären die Bekenntnisse der Ministerin für Schäkel, "wenn sie die kleinen und mittleren Strukturen, also die Bauern, mehr unterstützen würde". Schäkel fände es "gut, wenn sie nicht nur auf Druck hin arbeiten würde" und sich "öfter an Aktionen der Bio-Branche beteiligen" würde. Die Bio-Industrie schafft es nach Schäkels Ansicht – anders als die Bauern – auch ohne die Hilfe vom Bund.
Was die von Aigner angesprochene zu verbessernde Logistik angeht, habe die Erzeugergemeinschaft bereits viel getan. Seit Herbst 2010 werden von Bollewick (zwischen Röbel und Wittstock) aus, zweimal pro Woche Bio-Supermärkte, Hotels und Gaststätten in Berlin und Hamburg mit Bio-Produkten aus Südmecklenburg und Nordbrandenburg versorgt. Schäkel geht davon aus, dass sich die bereits deutlich gestiegene Nachfrage noch weiter erhöhen wird.
Zur von Aigner geforderten hohen Qualität gehöre auch ein ansprechendes Äußeres der Waren. Daher entstehe in Bollewick eine neue Verpackungsstrecke. Auch sonst orientiere sich die Erzeugergemeinschaft stark an den Interessen der Kundschaft. In den vergangenen Monaten habe sich gezeigt, dass Fleisch vom Weideschwein immer stärker gefragt sei. Diese Tiere werden im Freien gehalten. Ställe gibt es nicht, nur Hütten, in die sie bei schlechter Witterung gehen können.
Mit der Eigenmarke "Bollewicker Weideschwein" sei es der Erzeugergemeinschaft gelungen, sich einen sehr guten Namen zu machen. Gesucht werden nun noch weitere Bauern, die sich der Erzeugergemeinschaft anschließen und Weideschweine züchten möchten. Wer daran Interesse hat, erreicht Bauer Schäkel unter Tel. 033923 - 769 15.


