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26.10.2017 - Unternehmen kehrt zurück (Märkische Oderzeitung)

Rolle rückwärts auf dem Weg nach vorn: Das Unternehmen will seine Produktion zurück nach Deutschland verlagern. Künftig sollen sein eingemachtes Gemüse und Obst aus der Schorfheide kommen. Dafür wurde und wird nahe der Eberswalder Stadtgrenze investiert.

Alexander Schneckenhaus geht einen ungewöhnlichen Weg. Während viele Unternehmen ihre Produktion aus Deutschland in andere Länder - zum Beispiel nach Osteuropa - verlagern, geht er mit seinem Unternehmen Aldim den entgegengesetzten Weg. Er möchte die Produktion seiner Gemüse-Konserven zurück nach Deutschland verlagern. Aktuell werden Gurken, Tomaten, Sauerkraut und unzählige weitere Produkte in einer Partnerfabrik in Krakau eingemacht, nun soll die Produktion Schritt für Schritt in den Eberswalder Technologie- und Gewerbepark (TGE) verlagert werden.

Dort hat Aldim bereits seit Anfang 2015 seinen Sitz, jüngst wurde nun der Erweiterungsbau mit Lagerhalle und einer neuen Verpackungsanlage eingeweiht. Rund 3000 Quadratmeter umfasst die neue Fläche, zwei Millionen Euro hat Schneckenhaus am Standort investiert. Und der liegt genau genommen nicht in der Stadt Eberswalde, sondern in der Gemeinde Schorfheide, darauf besteht der Geschäftsführer. "Die Straße vor unserer Firma ist die Grenze", erzählt Schneckenhaus lachend. Die exakte Standortbestimmung ist deswegen wichtig, weil die deutschen Marken von Aldim "Schorfheider Konserven", "Schorfheider Feinkost" und "Bio Schorfheider Produkte" heißen. Auf den Markt kommen sollen sie in der kommenden Woche. Zunächst gibt es sie bei Globus in Eberswalde zu kaufen, mit Edeka verhandelt Schneckenhaus gerade noch.

In Zukunft soll der Fokus bei Aldim auf Bioprodukten liegen. Nach eigenen Angaben ist es das erste Unternehmen in Schorfheide, das biozertifiziert ist. 35 Produkte - von Gurken über Kraut bis Paprika - will Schneckenhaus bis Jahresende auf den deutschen Markt bringen, außerdem plant er eine Produktpalette an Babynahrung: "Saft, Püree und Desserts", erklärt er. Die genaue Herkunft seiner Produkte kontrolliert der Unternehmer genau. "Wir kennen unsere Partner alle lange. In erster Linie achten wir auf Qualität und dann erst auf den Preis", sagt er. Überhaupt ist das Thema Nachhaltigkeit für Schneckenhaus künftig das bestimmende. "Wir müssen auch an unsere Kinder denken", sagt er. Deswegen werden die Etiketten für seine deutschen Produkte allesamt auf Recycling-Papier gedruckt und auch die Versandkartons sind wiederverwertet.

Zur Produktpalette gehören neben eingemachtem Obst und Gemüse verschiedene Getreidesorten. Auch die sind alle bio - und werden bereits am Standort in Eberswalde verarbeitet. 500 000 Euro hat Schneckenhaus in die neue Verpackungsmaschine investiert, zehn Tonnen könnte die pro Schicht verarbeiten - aktuell ist sie noch nicht ausgelastet.

Unterstützung für den Gang in den deutschen Markt hat Schneckenhaus derweil von unerwarteter Seite bekommen. So stammt das Rezept für seine eingelegten Gurken von seinem Nachbarn in Finowfurt. Der ältere Herr hat Schneckenhaus seine Geheimzutat verraten: Eichenblätter. Und so ziert das braune Etikett der Gurken zum Dank die Aufschrift: "Nach altem Rezept von Klaus Meyer".