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05.08.2010 - Viel Bio-Anbaufläche ? zu wenig Verarbeitung (Lausitzer Rundschau)

Brandenburger Bio-Bauern haben einen riesigen Absatzmarkt direkt vor ihrer Tür. Sie beackern dafür reichlich Felder. Doch die Hauptstädter sind unersättlich: sie wollen viel mehr auf den Tisch.

Beim Anbau von Bioprodukten ist Brandenburg bundesweit mit an der Spitze, doch bei der Verarbeitung und der Vermarktung hinkt die Mark hinterher. "Deshalb gibt es auch zu wenig ,made in Brandenburg' in Bio-Läden", stellt das Agrarministerium am Mittwoch anlässlich einer Fahrt von Minister Jörg Vogelsänger (SPD) zu märkischen Produzenten und Bio-Supermärkten in Berlin fest. Der ökologische Landbau habe in den vergangenen 20 Jahren eine beachtliche Entwicklung hingelegt, von quasi Null nach der Wende hin zu einem bundesweit starken Anbauer.

Ein Anteil von knapp elf Prozent an der landwirtschaftlichen Fläche sei unübertroffen. Knapp 140 000 Hektar würden für den ökologischen Landbau genutzt. Das Problem ist, mit Berlin gibt es den größten europäischen Markt für Bio-Produkte direkt vor der Tür. Er könne aber nicht ausreichend beliefert werden, sagt der Geschäftsführer der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau Berlin-Brandenburg, Michael Wimmer. "Dies ist natürlich Herausforderung und Chance zugleich."

In der Verarbeitung von hier erzeugter Milch sei man inzwischen gut aufgestellt, sagt Wimmer. Auch der Berliner Bedarf an Joghurt könne befriedigt werden. Vor einiger Zeit sei alles noch aus Westdeutschland geliefert worden. Nun produzierten drei märkische Biomolkereien. Ziel sei, das Potenzial in anderen Produktgruppen ähnlich zu entwickeln. Mehr als 70 Prozent der 29 000 Hektar Agrarfläche im Biosphärenreservat Spreewald würden nach strengen Öko-Kriterien bewirtschaftet.