Der SPD-Politiker Jörg Vogelsänger ist neuer Brandenburger Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft. Der bisherige Staatssekretär und frühere Bundestagsabgeordnete wurde am Donnerstag im Landtag in Potsdam vereidigt.
Der 45-jährige Maschinenbauingenieur ist Nachfolger von Ministerin Jutta Lieske (SPD), die auf Anraten ihrer Ärzte wegen gesundheitlicher Probleme zurückgetreten war. Laut Medienberichten soll die 48-Jährige einen Kreislaufzusammenbruch erlitten haben.
Vogelsänger war seit November 2009 Staatssekretär im neu zugeschnittenen Infrastruktur- und Agrarministerium. Seinen Posten übernimmt Rainer Bretschneider, der bis zum Herbst Staatssekretär im damaligen Infrastrukturministerium war.
Kritik an der Besetzung der Ministeriumsspitze kam vom Landesbauernverband (LBV). "Die Landwirte in Brandenburg sehen mit Unverständnis, dass durch die Besetzung des Minister- und des Staatssekretärspostens die Landwirtschaft gegenüber dem Bereich Infrastruktur unterrepräsentiert ist", sagte ein Sprecher. Auch die Landwirtschaft brauche "ein Gesicht in der Landesregierung".
In der EU-Agrarpolitik stünden wichtige Entscheidungen an, die auch Brandenburg betreffen, heißt es weiter. Schon die Trennung von Umwelt und Landwirtschaft habe zu "Problemen, Verunsicherungen und Reibungsverlusten" geführt. Umso wichtiger sei die Besetzung der Führungspositionen im Ministerium mit landwirtschaftlichem Sachverstand. Die beiden Ressorts Infrastruktur und Landwirtschaft waren erst mit Bildung der rot-roten Regierung im Herbst 2009 in einem Ministerium zusammengefasst worden.
Zuvor hatte bereits Grünen-Fraktionschef Axel Vogel Vogelsängers Eignung für das Ministeramt angezweifelt und den früheren Verkehrsminister Reinhold Dellmann (SPD) ins Gespräch gebracht. Dieser habe dem Amt ein ökologisches Profil verliehen, was "bei Herrn Vogelsänger leider nicht zu erwarten" sei, sagte Vogel.


