"Begegnung mit der Kuh – Kommunikation erzeugt Bewegung" – so lautet der etwas sperrige Titel des preisgekrönten Projektes. Zusammen mit Roland Eckelt wurde Wilhelm Schäkel, Chef der Bio Ranch im nordbrandenburgischen Zempow ausgezeichnet.
Schäkel hat sich einen Namen als Kuhflüsterer gemacht. Was sich anhört wie ein Witz, hat einen ernsten, wissenschaftlichen Hintergrund. Schäkel ist Rinderzüchter. Aber im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden der Tierzucht und Tierhaltung wird auf der Bio Ranch Zempow ein stressarmer, natürlicher Umgang mit den Rindern gepflegt. Schäkel geht es darum, mit den Tieren über Körpersprache Kontakt aufzunehmen. Treiben, Schlagen und gewaltsames Einpferchen sind tabu, stattdessen werden die Tiere ohne Gewalt, durch Gesten und ruhige Worte, bewegt.
"Wer diese Kommunikation zwischen Mensch und Tier beobachtet, der kann viel lernen über menschliche Verhaltensweisen", sagt Roland Eckelt. "Wie gewinnt man das Vertrauen des Gegenübers, wie nähert man sich einem Fremden, wie kann ein zwischenmenschlicher Kontakt respektvoll gestaltet werden?", auf diese Fragen gebe das Kuhflüstern Antworten, so Eckelt. Weil der Mensch von den Kühen so viel lernen kann, organisieren Eckelt und Schäkel Seminare mit Jugendlichen. Durch den engen Kontakt zu den Tieren sollen Verantwortungsbewusstsein und Gemeinschaftsgefühl gestärkt werden.
Genau dieser Ansatz wurde am Donnerstag ausgezeichnet. "Die Idee und Praxis, Menschen über den respektvollen Umgang mit Kühen eine Atmosphäre des Vertrauens und des authentischen Erfahrens zu eröffnen, so dass im Ergebnis ein besseres Verständnis von Natur und menschlichem Miteinander möglich wird – dies zusammen ist ausgezeichnet und wird mit einem Preisgeld von 1000 Euro gewürdigt", heißt es in der Urkunde zum Zukunftspreis.


