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27.01.2010 - Wo der Käse perfekt mit dem Bier harmoniert (Märkische Allgemeine)

Die Jubiläumsschau neigt sich dem Ende zu. Am Sonntag schließt die 75. Grüne Woche unter dem Funkturm in Berlin ihre Pforten. Für Brandenburgs Land- und Ernährungswirtschaft hat sich die Teilnahme auch in diesem Jahr wieder gelohnt, bilanzierte Agrarministerin Jutta Lieske (SPD) gestern in Berlin. "Der Auftritt Brandenburgs hat die Erfahrungen der Vorgängerjahre fortgesetzt", sagte Lieske.

Die Finanz- und Wirtschaftskrise habe sich auf die Stimmung in der Brandenburghalle nicht niedergeschlagen. Lediglich vereinzelt habe es Klagen gegeben, dass das Geld nicht ganz so locker sitze wie in den Vorjahren. Speziell für die kleinen und mittelständischen Betriebe sei die Grüne Woche als Forum, auf dem sie ihre Produkte präsentieren könnten, unverzichtbar. Deshalb müsse sich das Land auch weiterhin auf der Grünen Woche engagieren: "Die meisten Kleinbetriebe könnten das nie aus eigener Kraft finanzieren." Die Ministerin zeigte sich beeindruckt, wie die Aussteller kooperieren. "Da wird die Produktpalette abgestimmt und dann gibt es irgendwo den passenden Käse oder die passende Brezel zum Bier", staunte Lieske.

Dass die Stimmung unter den Ausstellern gut ist, bestätigt Patrizia Weinzierl, die beim Bio-Backhaus in Falkensee (Havelland) für Beratung und Verkauf zuständig ist. "Für uns war dieses Jahr bisher der größte Erfolg." Dabei ist die Bäckerei mit elf eigenen Geschäften in Berlin, Falkensee und Potsdam schon zum elften Mal auf der Messe dabei. Das erstmals auf der Messe präsentierte und in einer Schaubäckerei auf dem Messestand frisch hergestellte neue Produkt, ein sogenanntes Paillasse-Brot in Bio-Qualität, sei bei den Kunden gut angekommen, sagte Weinzierl. Paillasse ist ein ursprünglich aus der Schweiz stammendes Brot, bei dem der Hefeteig drei Tage lang liegengelassen wird, um sein volles Aroma zu entfalten. Das Bio-Backhaus leistet sich noch einen zweiten Stand in der Bio-Halle der Grünen Woche. "Wir bedienen ein spezielles Klientel", sagte Weinzierl. Angesichts des stark wachsenden Bio-Marktes müsse man dort entsprechend Präsenz zeigen.

Worin der Zauber der Brandenburghalle liegt, die regelmäßig bei Besucher-Befragungen Bestnoten bekommt, versucht Hans-Rüdiger Schubert, Abteilungsleiter Landwirtschaft im Agrarministerium, zu erklären. In jedem Jahr würden kleine Veränderungen in der Halle vorgenommen und es gebe auch einen gewissen Wechsel bei den Ausstellern, sagte Schubert. Das sei abwechslungsreich. "Anderswo sieht es immer gleich aus und es stehen immer die gleichen Leute da." In der Messehalle 21a (Brandenburghalle) stellen 220 Unternehmen auf 73 Messeständen aus.