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Regionale Marktdaten

Regionale Marktdaten vom ökologischen Landbau

Brandenburg hat mit 9,7 Prozent den höchsten Anteil ökologisch bewirtschafteter Fläche in Deutschland.

Rund 135.000 Hektar werden nach den Kriterien des ökologischen Landbaus bearbeitet, von 920 gemeldeten Bio-Unternehmen bewirtschaften etwa 680 Unternehmen landwirtschaftliche Flächen (Stand: April 2008). Der Schritt zum standortangepassten Ökolandbau ist in der Region relativ klein. Bei den leichten bis mittleren Sandböden und den zum Teil sehr geringen Niederschlägen ist oft nur eine extensive Bewirtschaftung möglich, da teure Dünge- und Pflanzenschutzmittelanwendungen nur bedingt in höhere Erträge umgesetzt werden können. 

Außerdem besitzt Brandenburg bundesweit einzigartige Naturlandschaften: 11 Naturparks, drei Biosphärenreservate und ein Nationalpark liegen auf einem Drittel der Brandenburger Flächen und mehr als die Hälfte der Ökoflächen befindet sich in solchen Großschutzgebieten. Mit dem Absatzmarkt Berlin vor der Tür ist der ökologische Landbau nicht nur eine ökologisch, sondern auch eine ökonomisch sinnvolle Alternative.


Entwicklung der ökologisch bewirtschafteten Flächen und aller Bio-Unternehmen in Brandenburg (Vergrößern des Diagramms durch Anklicken)

Momentan ist Brandenburg in erster Linie Rohstofflieferant, es gibt noch ein großes Potenzial für mittelständige Verarbeitungsbetriebe. Regionalen Betrieben fehlt es oft an Kapital und Know-How hinsichtlich der Erschließung neuer Märkte und der qualitativ hochwertigen Verarbeitung. Auch die starke Konkurrenz etablierter westdeutscher Betriebe und die Gewährleistung einer gleichbleibend hohen Qualität und großer Liefermengen für den Großhandel stellen insbesondere kleinere Unternehmen vor Herausforderungen. 

Da nur ein geringer Teil der regionalen Rohprodukte auch in Brandenburg verarbeitet wird, bleiben regionale Wirtschaftsbeziehungen und -kreisläufe unvollständig, ein erheblicher Teil der Wertschöpfung erfolgt daher außerhalb. Die Vermarktung regionaler Produkte erfolgt vor allem in Berlin und teilweise auch in den größeren brandenburgischen Städten über den Naturkostfachhandel, Bio-Supermärkte, Reformhäuser, Bio-Bäckereien und Bio-Metzgereien. Im ländlichen Brandenburg dominiert dagegen der Ab-Hof-Verkauf oder die Belieferung als Absatzform.

Nicht unterschätzt werden sollte allerdings die Leistung der Öko-Betriebe für die ländliche Entwicklung: Durch die besonderen Vermarktungsstrukturen - über Wochenmärkte und auch den Ab-Hof-Verkauf - und oft auch gastronomische Angebote oder Urlaub auf dem Bio-Hof leisten sie einen finanziell kaum messbaren Beitrag zur regionalen Entwicklung.

Zur Marktstudie von 2005