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Agro-Gentechnik

Agro-Gentechnik ist im Ökolandbau tabu

Im Ökolandbau ist die Verwendung von Agro-Gentechnik, auch Grüne Gentechnik genannt, durch die EU-Gesetzgebung, die Richtlinien der Anbauverbände und das Selbstverständnis der Bio-Landwirte verboten.

Die Bio-Branche betrachtet die Natur als Ganzes und reduziert Lebewesen nicht auf beliebig zerlegbare Funktionseinheiten. Diesen grundlegenden Prinzipien stimmen auch die Verbraucher zu, die mehrheitlich gentechnisch veränderte Organismen (GVO) und deren Produkte ablehnen.

Bei gentechnisch veränderten Pflanzen geht es um Herbizidresistenzen und Insektenresistenzen. Eine durch Agro-Gentechnik „eingebaute“ Herbizidresistenz in eine Nutzpflanze ermöglicht die Spritzung mit einem Breitbandherbizid. Dadurch werden alle unerwünschten Beikräuter auf dem Acker vernichtet, die resistente Pflanze jedoch ist gegen den Einsatz des Herbizids unempfindlich. Folge: Die Äcker verarmen, Resistenzen gegen die Totalherbizide nehmen zu, und es wird noch mehr gespritzt.

Im Fall einer Insektenresistenz ist die gentechnisch veränderte Pflanze resistent gegen den Befall eines bestimmten Schädlings - wie das vor allem beim Bt-Mais (Bt ist die Abkürzung für das Bodenbakterium Bacillus thuringiensis) der Fall ist. Hier wird der Pflanze ein bakterielles Toxin „eingebaut“, das sie gegen den Schädlingsbefall des Maiszünslers schützen soll. Wie das Gift auf andere Organismen wirkt, ist noch nicht ganz klar, Regenwürmern und Faltern z.B. schadet es. Auch bei GV-Pflanzen mit einer Insektenresistenz sind wiederum teilweise schon Schädlinge resistent und zusätzliche Spritzungen die Konsequenz.

Trotz intensiver Bemühungen der Bio-Branche kann Gentechnik-Verzicht nicht mit Gentechnik-Freiheit gleichgesetzt werden. Pollen, Saatgut, Maschinen und zugekaufte Düngemittel sind Risiken und Verunreinigungen möglich. Sie verhindern eine Koexistenz von Gentechnik anwendenden und auf Gentechnik verzichtenden Landwirten. Das betrifft sowohl ökologische, als auch konventionelle Landwirte. Die nötigen Qualitätssicherungen und Analysen in allen Produktionsstadien vom Kauf des Saatguts bis zur Lagerung tragen die Bio-Landwirte und -Verarbeiter.