„Tierhaltung umbauen – mit Bio“

„Tierhaltung umbauen – mit Bio“

Die Ergebnisse des Treffens des Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung (Borchert-Kommission) am 7. Februar kommentiert Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW):

„Das Kompetenznetzwerk Nutztierhaltung will die Tierhaltung umbauen. Das wird von uns unterstützt. Konsequent ist, dass Bio Teil des Plans ist. Die Bio-Vorgaben zur Haltung sind nun Maßstab für die höchste Stufe der Tierhaltung. So kann der Plan der Kommission das Koalitionsvertrags- und Nachhaltigkeitsziel von 20 % Bio bis 2030 unterstützen. Das ist wichtig, denn Bio bedeutet artgerechte Tierhaltung, Klima- und Umweltschutz, wird seit Jahrzehnten entwickelt und von zehntausenden Bäuerinnen und Bauern in Europa praktiziert, die dafür einen Markt aufgebaut haben.

Wichtig ist, dass am Ende des Umbaus eine Tierhaltung steht, die von den Menschen akzeptiert wird und gut für Schwein, Rind und Huhn ist. Was jetzt in der ersten Stufe angestrebt wird, sorgt dafür noch nicht. Von Beginn an darf nur in Haltungssysteme investiert werden, die in Übereinstimmung mit dem EU-Recht stehen und ein ausreichendes Tierwohl ermöglichen.

Es ist gut, offen und deutlich ein Signal in die Gesellschaft zu geben: eine bessere Tierhaltung ist nicht mit Billigstpreisen zu haben. Den höheren Preis für tier-, umwelt- und klimafreundliche Fleisch- und Milchprodukte oder Eier kann am Ende nur der Konsument dieser Produkte erbringen. Es ist sinnvoll, für angemessene Preise eine spezielle Abgabe vorzusehen. Denn damit kann die Regierung es vermeiden, dass Billigangebote die Mühen der Betriebe um mehr Tierwohl unterlaufen können. Mit dem Ertrag der Abgabe können den Tierhaltern die höheren Kosten ausgeglichen werden.“

Hubert Heigl, Bio-Schweinehalter und Vertreter des BÖLW in der Kommission, ergänzt: „Es gab einen großen Willen zur Einigung. Die Ergebnisse sind ein wichtiges Signal an die Politik, den Umbau der Tierhaltung endlich anzupacken. Die Pläne der Kommission zeigen auch, dass die Vorschläge des BMEL für ein Tierhaltungslabel-Label unausgegoren sind und nicht wie geplant umgesetzt werden können.“

Kontakt
Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) e.V.
Joyce Moewius – Pressesprecherin
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